RFC St. Gallen v RC Luzern

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Details

Date Time Competition Season
Saturday, Sep 23, 2017 15:00 National League C 2017/18

Match report

Souveräner Saisonstart für Rugby Club Luzern

Die Männermannschaft des RCL gewinnt haushoch in St. Gallen zum Auftakt der Rugby NLC 2017-18 am Samstag, dem 23. September 2017.

Nach dem enttäuschenden Abstieg aus der NLB letzte Saison, begann die Reise zum direkten Wiederaufstieg für die RCL Herren am ersten Spieltag der NLC auswärts, bei dem Bishops Rugby Football Club in St. Gallen. Nach einer kurzen aber intensiven Saisonvorbereitung fanden sich allerdings lediglich 20 einsatzbereite Akteure zum Auswärtsspiel zusammen. Bei dem knapp gewonnenen, aber auch dem einzigen, Vorbereitungsspiel gegen die höherklassigen Berner (NLB), waren vor einigen Wochen mehr Spieler mit von der Partie. Dennoch gab es für das Trainerteam um Guido Farina keinen Grund zur Sorge, denn die routinierten Leistungsträger aus der letzten Saison standen genauso auf dem Platz, wie einige talentierte Neulinge.

Bei sonnigen windstillen 22° wurde das Spiel um 15:00 auf der Sportanlage Gründenmoos, St. Gallen angekickt. Gleich von Anfang an wurde deutlich, dass St. Gallen mit den Gästen einen harten Brocken vor sich hatte. Immer wieder brachen die Luzerner durch die Linien der Gastgeber durch und konnten nur mit grosser Mühe aufgehalten werden. Eine sehr frühe Führung für den RCL verhinderten in dieser Phase meist eigene Fehler, oder der in den Rucks unsauber spielende Gegner.

Nach etwa fünf Minuten Spielzeit, entschied sich Luzern nach einem Penalty für einen Strafkick zwischen die Stangen um den Spielstand mit 3 Punkten zu eröffnen. Allerdings vergab Alistair Fassbind seinen ersten Kickversuch des Spiels aus ca. 30 Metern. Nur drei Minuten später, nach erneutem Penalty durch Abseitsstellung von St. Gallen, hat er besser gezielt und eröffnete den späteren Punkteregen mit dem Spielstand von 3:0 aus der Sicht von Luzern. In der Folge kamen die Gäste weiterhin oft hinter die St. Gallener Verteidigungslinie, konnten den Ball aber nicht über genügend Phasen behaupten, um wieder zu Punkten. Die fehlende Spielpraxis machte sich bemerkbar.

An der Verteidigungsleistung des RCL gab es allerdings nichts auszusetzen, alle Angriffsbemühungen von St. Gallen wurden schon an der Mittellinie aufgehalten und der Ball durch grossen Druck zurückerobert. Nach einigen Durchbrüchen und gut ausgeführten Spielzügen, konnte sich Luzern wenige Meter vor der gegnerischen Mallinie festsetzen. Die Stürmer destabilisierten die Verteidigung der Gastgeber mit kurzen harten Läufen soweit, dass es für die schnellen Reihe-Spieler Platz gab um den Ball bis ganz nach aussen durchzupassen. Der junge Wing Lukas Merz stand nach einer Passstafette allein vor der Mallinie und legte zum ersten Versuch des Spiels und seiner Rugbykarriere ab. Die Erhöhung gelang nicht, so stand es nach 15 Minuten 8:0.

Durch den ersten Fünf-Pünkter der Saison schien der Spieltrieb der Luzerner nun vollends entbrannt. Denn zwei Minuten später folgte eine Passstafette die zweimal quer über das Feld ging, ohne dass ein Luzerner von der gegnerischen Verteidigung gestoppt werden konnte. Als letzter Passempfänger stand der RCL Kapitän Yannic Garber, der durch eine riesige Lücke unbedrängt in das Malfeld einlaufen konnte und für Luzern nochmal 5 Punkte durch Versuch sammelte. Alistair Fassbind erhöhte auf 15:0.

Nach der Führung verflogen die letzten Spuren von Nervosität auf Luzerner Seite, es setzte sich allerdings nach und nach die zumende Übermotiviertheit bei einigen Spielern der Gäste ein. Die Offensivbemühungen der St. Gallener stellten Luzern noch immer nicht vor Probleme, doch einige unüberlegte Entscheidungen führten zu unnötigen Ballverlusten. Dies gipfelte in zwei aufeinanderfolgenden Gelben Karten für Alistair Fassbind und Marco Petermann. In beiden Fällen für überhartes defensives Einsteigen und in beiden Fällen, ohne dass jegliche offensive Gefahr vom Gegner ausging.

Die letzten 15 Minuten der ersten Hälfte spielte der RCL in Unterzahl, fünf Minuten davon sogar mit 13 Mann. Doch in eben dieser Phase legte Luzern auf dem Punktekonto nach. Der Zweite-Reihe Riese Martin Niehuis fing einen schlecht in die St. Gallener Gasse eingeworfenen Ball ab und sprintete über das Halbe bis er gestoppt werden konnte. Der als Unterstützung mitgelaufene Christian Sidler konnte die restlichen Verteidiger ausspielen und legte zum dritten Versuch ab. David Reber besorgte die Erhöhung zum 22:00.

Bei dem Gastgeber lief auch fortan in Überzahl wenig zusammen. Zwar zeigte sich St. Gallen weiterhin sehr engagiert, konnte aber nichts Zählbares herausspielen, es wurde zu wenig defensiven Druck und offensive Ideen entwickelt. So ging es mit 22:0 aus der Sicht von Luzern in die Pause.

In der Halbzeitpause wurde im Luzerner Huddle Disziplin lautstark thematisiert. Die Vorgabe für den Rest des Spiels war weiter stark in der Verteidigung zu stehen und mehr Konzentration auf konsequentes Angriffsspiel ohne übermütig zu werden. Für Lukas Merz wurde Marcel Birrer auf die Wing-Position eingewechselt.

Nach den beiden abgesessenen Gelben Karten, startete der RCL wieder mit 15 Mann in die zweiten 40 Minuten. Auch St. Gallen hat sich offensichtlich einiges in der Halbzeitpause vorgenommen, spielte nun aggressiver und kraft betonter. Die Gastgeber versuchten mehr Fluss in ihr Spiel zu bringen und konnten mehrmals den Ball über mehrere Phasen behaupten und in den freien Raum bis nach Aussen durchzupassen. Die Verteidigung der Gäste blieb jedoch souverän und so war es Luzern, das erneut Punkten konnte. Der stark spielende Pascal Dellagiacoma eroberte aus einem offenen Gedränge den Ball, tief in St. Gallener Hälfte und tankte sich bis in das Malfeld durch. Die Erhöhung gelang nicht, der Spielstand nach 50 Minuten 27:0 für Luzern.

Nach dem vierten Versuch des Spiels war Luzern ein Bonuspunkt in der Ligatabelle sicher. Ob es daran lag, dass Luzern nach diesem Teilerfolg zu sicher fühlte, oder daran, dass St. Gallen nun alle restlichen Kräfte mobilisiert hat um das Spiel noch zu drehen, aber die nächsten 10 Minuten spielten sich vornehmlich in der Hälfte der Gäste ab. Der RCL konnte sich nicht zwingend befreien und musste, trotz weiterhin solider Verteidigung, Gegenpunkte einstecken. Ein hoher Kick, durch den St. Gallener Verbinder landete im Malfeld und fand bei den Luzernern keinen adäquaten Fänger, ein St. Gallener Spieler war schneller am Ball und konnte ihn im Malfeld zu Boden drücken. Damit Versuch und fünf Punkte für St. Gallen. Die Erhöhung gelang und der Spielstand nun 27:7 für den RCL. Nach 63 Minuten.

Aus dem grossen Comeback wurde für St. Gallen allerdings nichts. Schon im direkten Gegenzug stellte der wuchtige Flanker Remo Hiltbrunner mit dem fünften Versuch für Luzern und die Erhöhung durch Alistair Fassbind, den alten Abstand wieder her. 34:7 für Luzern.

Ab diesem Zeitpunkt musste St. Gallen dem hohen Kraftaufwand Tribut zollen und konnte sich kaum noch wehren. In den nächsten 10 Minuten schaffte Luzern noch vier weitere Versuche gegen den erschöpften Gegner zu legen, dabei hätten es auch doppelt so viele sein können, so einfach war es an St. Gallener Verteidigung vorbeizukommen. Für die späten Versuche sorgten Dominik Ondermatt, erneut Christian Sidler, David Reber und Kai Wasternack.

Kurz vor Schluss der Partie, nahmen die Gastgeber die allerletzte Kraft zusammen und startete einen brauchbaren Angriff über aussen. Doch der St. Gallener Wing wurde gut zehn Meter vor Luzerner Mallinie ins aus geschoben und das Spiel darauf abgepfiffen.

Mit einem verdienten und nicht zu hoch ausgefallenen 60:7 Auswärtssieg endete das 1. Spiel der Saison für den Rugby Club Luzern. Zwar war der Sieg der erste überzeugende Schritt in Richtung Wiederaufstieg, dennoch bleibt ungewiss wo das Team in der Entwicklung steht. Mehr Gewissheit soll das Spiel gegen Würenlos eine Woche später verschaffen, denn die Mannschaft gilt als der Mitfavorit auf den Aufstieg und der stärkste Gegner für Luzern in der NLC.

Austellung RCL:

Stürmer: 1 Sven Graber; 2 Thomas Gisler; 3 Kai Wasternack (1 Vers. / 5 Pkt.); 4 Martin Niehuis; 5 Roman Wespi; 6 Christian Schmid; 7 Remo Hiltbrunner (1 Vers. / 5 Pkt.); 8 Yannic Graber (1 Vers. / 5 Pkt.)

Reihe: 9 Pascal Dellagiacoma (1 Vers. / 5 Pkt.); 10 David Reber (1 Vers. / 2 Erh. / 9 Pkt.); 11 Lukas Merz (1 Vers. / 5 Pkt.); 12 Kirill Goncharov; 13 Christian Sidler (2 Vers. / 10 Pkt.); 14 Alistair Fassbind (1 Pen. / 3 Erh. / 9 Pkt. / GK) 15 Marco Petermann (GK)

Bank: 19 Guido Farina; 20 Roland Enzler (Eing. für T. Gisler, 69 Min); 21 Marcel Birrer (Eing. für L. Merz, 41 Min); 22 Dominik Ondermatt (Eing. für T. Gisler, 62 Min / 1 Vers. / 5 Pkt.); 25 Andreas Teixeira (Eing. für T. Gisler, 62 Min / 1 Erh. / 2 Pkt.)

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