RC Schaffhausen v RC Luzern

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Details

Date Time League Season
Saturday, May 26, 2018 15:00 National League C 2017/18

Match report

Zum Abschluss der Hauptrunde ging es in die deutsch-schweizererische Grenzregion. Im Schaffhausener Schweizersbild erwartete ein hochmotiviertes Team des Rugby Club Golden Balls die Gäste aus der Innerschweiz. Der herrliche Frühsommer 2018 enttäuschte auch an diesem Wochenende nicht und bescherte Spielern und Zuschauern einen hervorragenden, sonnigen Rugbynachmittag.

Vor dem Spiel war klar, dass der RC Luzern die Hauptrunde auf dem dritten Tabellenplatz abschliessen wird. Für den Gegner zählt jedoch jeder Punkt im Kampf darum, die Saison nicht auf dem letzten Platz abzuschliessen. Wer die Favoritenrollen nach den Tabellenplatzierungen verteilt, musste diese natürlich dem Gast zuschreiben. Allerdings wusste man bei den Luzernern auch, welche Probleme man mit diesem Team im Hinrundenduell im November hatte. Damals erwiesen die Nordschweizer ihrem Vereinsnamen alle Ehre, indem sie ersatzgeschwächt, mit nur dreizehn Spielern antraten und das Spiel 60 Minuten lang völlig offen gestalten (nähere Details dazu hier) konnten. An diesem Samstag Nachmittag traten beide Mannschaften aber mit einer vollzähligen Aufstellung gegeneinander an.

Den Schaffhausener Ankick wollten die Luzerner direkt mit einem Befreiungskick beantworten. Jene unnötige Aktion wurde vom Heimteam geblockt und die Luzerner befanden sich sofort in Schwierigkeiten. Schaffhausen behielt den Druck mit ihren Stürmern bei und zwei Phasen später konnten sie das Spielgerät zum Versuch (try) ablegen.

Der positive Aspekt an diesem Fehlstart: Alle Luzerner waren jetzt wach. Die kommenden 30 Minuten gehörten den favorisierten Gästen. Nach dem Wiederankick wurde der Ball behauptet und eine Passstafette der Reihespieler landete am Ende wieder bei Stürmer Martin Nienhuis. Nach kurzem Sprint legte er zur direkten Antwort das Oval im heimischen Malfeld ab.

Für die Innerschweizer ging es in diesem Rhythmus weiter, Schaffhausen hatte die Spielkontrolle verloren. Besonders hervorzuheben war in dieser Phase, dass das oft kritisierte Passspiel in der Luzerner Hintermannschaft an diesem Nachmittag herausragend funktionierte. Die gespielten Pässe wurden gefangen und der Ball wurde im offenem Gedränge (ruck) behauptet. Die Sturmreihe, die in den vergangenen Spielen nach Ballverlusten oft zum Gedränge (scrum) antreten musste, konnte heute im offenen Spiel helfen den Ball zu sichern. Die Überlegenheit der Gäste zeigte sich nach 30 gespielten Minuten an der Resultatanzeige neben dem Spielfeld. Es stand 5 – 29 aus Sicht der Hausherren. Die vier Trys für Luzern erzielten Gedränge-halb (scrum-half) Fernando Arenas Virgos und Schlussmann (full back) Marco Petermann (je 2).

Ein Bruch im Spielrhythmus erfolgte, als Zweite-Reihe-Stürmer René Brügger verletzt ausgewechselt werden musste. Die Stabilität in der Sturmreihe ging verloren und die Heimmannschaft konnte das Spiel jetzt ausgeglichener Gestalten. Bis zur Pause neutralisierten sich beide Mannschaften.

Angesichts des Vorsprungs wechselte Trainer Guido Farina die Startaufstellung durch. Alle anwesenden Luzerner Spieler sollten heute Spielpraxis bekommen, auch im Hinblick auf die anstehenden Play-off Partien.

Zum Start der zweiten Hälfte merkte man vielen Luzernern aber an, dass die Motivation doch nachließ. Das heiße Wetter und der gesicherte Tabellenstand hatten Auswirkungen auf die Kondition, beziehungsweise darauf, wie weit jeder Einzelne bereit war, über die Schmerzgrenze hinaus zu gehen. Es war Schaffhausen, die ab jetzt mehr vom Spiel hatten und ihren Zuschauer besseres Rugby als in den ersten 40 Minuten bieten wollten. Ein erster Erfolg stellte sich schon nach fünf Minuten ein. Die Golden Balls verkürzten den Spielstand nach Versuch und verwandelter Erhöhung auf 29 – 12.

Auf Luzerner Seite war noch einmal ein Aufbäumen zu spüren, Scrum-half Fernando Arenas Virgos fand nach insgesamt 60 Spielminuten noch einmal eine Lücke in der gegnerischen Defensive. Er zeigte sich, wie schon in den letzten Spielen, weiterhin in bestechender Form und krönte seine Leistung mit einem Hattrick. Kicker Lukas Merz stellte im Anschluss den alten Abstand von 24 Punkten per Erhöhung wieder her.

Im weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit verflachte die Partie zusehends auf beiden Seiten. Die Fehlerquote nahm zu, so dass sich beide Sturmreihen immer mehr in Scrum und Gasseeinwurf (line-out) begegneten. Für die heimischen Zuschauer gab es am Ende doch noch ein Highlight als Schaffhausen den Endstand von 36 – 19 herstellte.

Für Luzern steht am kommenden Wochenende das Play-off Halbfinale an. An den Gegner, die Bishops aus St. Gallen, hat man gemischte Erinnerungen. Einem herausragenden Sieg im ersten Saisonspiel in der Gallusstadt folgte eine ebenso heftige Niederlage im ersten Spiel der Rückrunde daheim auf der Allmend.

Ehrungen:
Spieler des Spiels: Mathias Tschinder (Herausragende Tackles)
Unglücksrabe: Chrsitian Schmid
(Vorläufig) Letztes Spiel: Lukas Merz (Out of Switzerland)

Aufstellung RCL:
Stürmer: 1 Kai Wasternack; 2 Thomas Gisler; 3 Mahir Suljović; 4 Martin Niehuis (1 Vers. / 5 Pkt.); 5 René Brügger; 6 Christian Schmid; 7 Remo Hiltbrunner; 8 Sven Graber

Reihe: 9 Fernando Arenas Virgos (3 Vers. / 15 Pkt.); 10 David Reber (Kapitän); 11 Lukas Merz (3 Erh. / 6 Pkt.); 12 Neil Walsh; 13 Daniel Furrer; 14 Stefan Kurt; 15 Marco Petermann (2 Vers. / 10 Pkt.)

Bank: 16 Marco Felder; 17 Mathias Tschinder; 18 Yannick Bachmann; 20 Lukas Schuzger; 21 Alistar Fassbind; 22 Andreas Burn

Coach: Guido Farina

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